Gott grüß' die Kunst!
Beim wochenendlichen Aufräumen bin ich wieder einmal über meinen Gautschbrief gestolpert - ist schon eine Zeit lang her, dass ich wie es in dem "Dokument" heisst, die "Wassertauff ad posteriora" erhalten habe. Solcherlei alte Traditionen regen mich dann immer zum Nachdenken an. Während meiner Ausbildung beispielsweise, durfte ich im ersten Ausbildungsjahr nicht an die Computer - dafür verbrachte ich meine Zeit mit dem Skizzieren von Schriften, dem Lernen der typografischen Regeln und der Fachausdrücke des grafischen Gewerbes. Egal ob es die Einteilung der Schriftfamilien war, die Reihe der Schriftgrade und das damit einhergehende typografische Maßsystem, oder die Korrekturzeichen.
Deshalb hinterfrage ich die neuen Medien immer mehr. Und auch deshalb habe ich in meiner Diplomarbeit (vor 10 Jahren) über Buch und Schrift im zeitalter digitaler Medien resümmiert, dass eBooks zwar ein nettes Werkzeug sind, jedoch das klassische Buch als solches nicht zu verdrängen vermögen. Vor zehn Jahren sah zwar die eBook-Landschaft noch völlig anders aus, denn bis auf einige völlig überteuerte Konzepte und Prototypen befand sich die Idee "eBook" noch in der reinen Entwicklungssphase, doch die heutige Entwicklung mit Kindle & Co dürfte mir recht geben - vor allem auch in Hinblick auf den Amazon-Fauxpas mit den gelöschten Orwell-Werken.
