Färberpflanzen: Waid

Gestern habe ich meinen Färberwaid (Isatis tinctoria) geerntet. Da von den etwa 20 Pflanzen die ich im Frühling vorgezogen hatte, nur drei den Angriff der Nacktschnecken überlebt hatten, war die Ausbeute eher mager. Ich habe die Blätter nicht von der Wurzel gestochen wie früher üblich, sondern einfach abgeschnitten. Vielleicht schaffe ich bis Ende September, Anfang Oktober noch eine zweite Ernte.

Da ich nicht gleich färben und sowieso das Verfahren der Waidkugeln austesten wollte, habe ich die Erde von den Waidblättern abgewaschen und sie danach in etwa 3 cm lange Stücke geschnitten. Danach kamen die Blätter in den Mörser und wurden zu „Waidpesto“ verarbeitet. Da der Waid sehr faserig ist, ging das relativ schwierig. Man sollte aber davon absehen, die Blätter einfach in die Küchenmaschine zu packen da dadurch die Fasern zu kurz gehackt werden und dann die Waidkugel nicht mehr zusammenhält. Ich habe den Granitmörser benutzt da ich in der Wohnung keine andere Möglichkeit habe. Da der Stein weder Inhaltsstoffe noch Gerüche annimmt ist er für diesen Zweck gut geeignet.

Danach habe ich die Waidpampe in einen alten Nylonvorhang gepackt und in einem Sieb den grünen Pflanzensaft ablaufen lassen. Noch besser geht es, wenn man das Nylontuch ganz fest auspresst, ähnlich wie man den Stärkesaft aus geraspelten Kartoffeln presst wenn man rohe Knödel macht. Es soll möglichst viel des chlorophyllhaltigen Saftes aus dem Waid gepresst werden. Danach nimmt man die Kugel und drückt sie noch fest in Form. Jetzt muß sie an einem luftigen Ort trocken. Im Moment liegt sie noch im Schatten auf meinem Balkon. Ich presse sie von Zeit zu Zeit zusammen, weil sich durch das Trocknen Risse bilden können und durch das neuerliche Pressen die Feuchtigkeit von innen nach außen gelangt. Sie muss gut durchtrocknen damit sie nicht beginnt zu schimmeln.

Die gewaschenen Waidblätter …

… werden grob vorgeschnitten …

… möglichst fein zermörsert …

… in ein altes Tuch gegeben …

… sehr fest ausgepresst …

… und zur Waidkugel geformt.

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