March 14, 2015

Spinnräder

Lange hab ich es vor mir her geschoben, jetzt ist es endlich geschafft. Ein paar Fotos meiner kleinen Spinnradherde. Heuer (hoffentlich) soll ja noch eine Walther Anna dazu kommen, ich bin schon gespannt wie lange es noch dauern wird. Im April habe ich 24 Monate Wartezeit um.
Demnächst gibt es dann auch noch eine Galerie  meiner Wollverarbeitungsgerätschaften. Ich warte nur noch auf meine Baumwollkarden.

Mein Hauptrad. Kromski Sonata in Walnuss gebeizt, mit
Standard-, Schnellspinn- und Jumboflyer. 
Mein „Sofa“-Rad, weil man damit bequem auf der Couch
fläzen kann, während man spinnt. Auf willhaben gekauft,
Kirschholz, drei Übersetzungen, drei Spulen.
Norwegische Bauweise.
Mein Mini-Rad. Ein kleines französisches (?) Rad aus Eichenholz,
gekauft auf marktplaats. Es war nur eine Spule dabei,
musste mir zwei weitere nachdrechseln lassen.
Zwei Übersetzungen,allerdings muss man wegen des geringen
Schwungraddurchmessers mehr treten. 


March 13, 2015

Handspindeln: Jenkins Woodworking

Meine zweite Jenkins kam letzte Woche an und es ist eine Freude mit ihr zu Arbeiten. Sie war zwar nicht meine erste Wahl vom Holz, aber als sie ankam gefiel sie mir auf Anhieb.

Modell: Lark/Jay (Nr. L22/2015)
Holz: Marblewood
Schaft: Amerikanische Walnuss
2. Schaft für Konvertierung zur Jay: Holz unbekannt
Spannweite: folgt
Gewicht: 25 g


March 12, 2015

Prä-Spinn-Wollverarbeitungen

Bevor man beginnt zu Spinnen, stehen für den umtriebigen Wollsüchtler einige andere Arbeiten an, sofern man nicht auf reine gekaufte Kammzüge zurückgreift. Das Mischen von gekauften Kammzügen mittels Tischkamm habe ich hier ja schon angerissen.

Für unterschiedliche Spinntechniken gibt es unterschiedliche Vorbereitungen von Wolle. Man unterscheidet in erster Linie Kammgarn und Streichgarn bzw. kurzen und langen Auszug. Um das ganze noch etwas verwirrender zu machen, man spinnt meistens lange Fasern im kurzen Auszug und kurze Fasern im langen Auszug. Kurzer Auszug ergibt festeres, strapazierfähiges Garn, beispielsweise Sockenwolle, während langer Auszug fluffiges, leichtes Garn ergibt, welches gut wärmt aber nicht so strapazierfähig ist.

Zusammengefasst kann man sagen:
Kammgarn: *gekämmte Wolle (Kammzug), *große Stapellänge *strapazierfähig, *kurzer Auszug

Streichgarn: *kardierte („gestichene“ Wolle (Kardenband, Batt, Rolag), *geringere Stapellänge, *fluffig und leicht, *langer Auszug

Man kann die beiden Techniken auch mischen und erhält dann eine Hybridform. Die meisten Spinnanfänger (so auch ich) beginnen mit der Kammgarnspinnerei und tasten sich dann so langsam an den Langen Auszug heran. Ich habe es lange nicht geschafft aus normalem Batt Langen Auszug zu spinnen, es hat bei mir erst funktioniert als ich begann, Rolags auf dem Blendingboard zu drehen.

Die letzten Wochenenden habe ich wieder damit verbracht bzw werde ich damit verbringen, diverse Fasern vorzubereiten. Vor kurzem habe ich zwei Vliese Alpines Steinschaf bekommmen, die ich zur Zeit wasche und kardiere.

Alpines Steinschaf, hellgrau. Links Batt vom Mini Minty Drumcarder,
rechts Batt von meinem selbstgebauten „Big Roller“.
Das Gewicht des großen Batts beträgt etwa 80 g
Alpines Steinschaf in dunkelbraun mit weißer Bergschafwolle gemischt


Auf meinem selbstgebauten Blending Board mache ich meine Rolags, die ich bisher hauptsächlich auf der Tibetischen Spindel und der Orenburgspindel versponnen habe. Demnächst kommen diese Rolags aufs Spinnrad.

Von diesen habe ich etwa 100 g gerollt,
Merino mit etwas rotem Angelinaglitz.

Das war eine Resteverwertung der kurzen Restfasern,
die im Tischkamm übrig bleiben.Das Garn daraus wird etwas rustikaler.

Das ist etwas besonders kuscheliges: Satinangora von Adsharta,
weißes Angora aus Deutschland und Babyalpaca.

March 02, 2015

Seltene Nutztiere der Alpen

7000 Jahre geprägte Kulturlandschaft

Was hat ein Buch über seltene Nutztierrassen auf einem Handarbeitsblog zu suchen mag sich der eine oder andere Leser denken. Das ist leicht erklärt. So wie das Verarbeiten von Wolle durch Spinnen und Weben zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit gehört, so haben auch die dazugehörigen Tiere, nämlich die Schafe, den Menschen durch die Jahrtausende begleitet.

Natürlich geht es in diesem Buch nicht nur um von Austerben bedrohte Schafe, sondern um alle autochtonen Nutztierrassen der Alpen. Reich illustriert und durchgehend bebildert führt Günter Jaritz seine Leser zu den letzten ortsstämmigen Hirtenhunden Osttirols und Savoyens, zeigt die kleinsten Rinder der Alpen, das Evolèner Vieh des Wallis und erzählt Erstaunliches über die Esel der Provence, die letzten schwarzen Alpenschweine und die seltenen blauen Ziegen Tirols.

Ein umfassendes Kartenwerk, ein ausführlicher historischer Teil über die einstige Vielfalt der alpinen Nutztierrassen sowie Wissenswertes über Zuchtgeschichte und Gefährdungseinstufung runden dieses Standardwerk über 7000 Jahre Landschaftsprägung durch den Menschen und seine Nutztiere ab.

Günther Jaritz betreibt gemeinsam mit seiner Familie einen biologisch geführten Bauernhof im Pinzgau. Er leitete mehrere Jahre den Verein Arche Austria und ist seit Langem bei Erhaltungsprojekten aktiv. Besonders erfolgreich hat er sich für die mittlerweile anerkannten Rassen Alpines Steinschaf, Pinzgauer Strahlenziege und Blobe Ziege eingesetzt.


Günter Jaritz, Seltene Nutztiere der Alpen, Verlag Anton Pustet
336 Seiten, durchgehend farbig bebildert
24,5 x 30,5 cm, Hardcover mit Leinenrücken
ISBN 978-3-7025-0744-2, EUR 39,00