December 19, 2016

Vorweihnachts-Webfreuden

Nachdem mein Sonata und mein Webrahmen ausgezogen sind, wurde der Platz frei für meinen Ashford Tischwebstuhl. Letzte Woche kam er an. Eigentlich wollte ich ja mit dem Auspacken bis Heiligabend warten, aber die Schachtel stand so verlockend in der Ecke, ich konnte ihr nicht widerstehen. Also habe ich letzten Donnerstag den Webstuhl ausgepackt und zusammengebaut. Ich langweile euch an dieser Stelle nicht mit der Prozedur, diese ist hinlänglich in diversen Blogs, YT-Videos und auf der Ashford-Homepage erklärt.

Daher hier zuerst ein Bild von meinem Schätzchen.

60 cm Webbreite, 8 Schäfte
Etwas Zubehör brauchte ich natürlich auch noch. Im Baumarkt habe ich mir 2 Sorten Nägel und eine Buchenholzleiste besorgt, um mir einen Reedekamm zu nageln. Kosten: 10 Euro für Material. Zeitaufwand: etwa 45 Minuten.

Reedekamm. Alle 10 cm ist ein andersfarbiger Nagel eingeschlagen.
Das erleichtert das Einteilen der einzelnen Gänge.

Etwas schwieriger war der Schärrahmen zu bauen - hier hat mir gottseidank mein lieber "Holzwurm" Rudi kurzfristig geholfen und am Samstag nach meinen Vorgaben einen zerlegbaren Schärrahmen gezimmert. Am Nachmittag durfte ich ihn in Empfang nehmen und am Abend habe ich ihn dann gleich eingeweiht.

Rudis Schärrahmen. 90 x 60 cm groß, zerlegbar, mit Zapfen gesteckt.

Der Reedekamm erfüllt ebenfalls seine Aufgabe: Er hält die einzelnen Gänge beim Bäumen in Position. Wobei ich anmerken muss, dass sich der Webstuhl viel besser bäumen lässt als ein Webrahmen. Ganz einfach weil er durch das eigene Gewicht gut auf dem Tisch steht. Man kann - zumindest bei schmaler Kettbreite - mit einer Hand die Kette auf Spannung halten und mit der anderen den Kettbaum drehen und die Kartonstreifen einlegen. Bisher merke ich noch keine Spannungsunterschiede beim Weben. Bei einer breiteren Kette ist die Hilfe einer zweiten Person aber durchaus wünschenswert.

Bäumen der Kette. Ein Garn aus 60% Ramie und 40 % Wolle.
Zuerst wollte ich an diesem Abend nur schären. Dann habe ich noch gebäumt. Dann wollte ich eigentlich etwas entspannen, habe aber trotzdem noch die Litzen gestochen. Als ich damit fertig war, dachte ich „jetzt kannst du den Blattstich auch noch machen.“ Ehe ich mich dann versah, hatte ich angewebt ...

Die ersten Zentimeter.
Mittelteil: Selbstmusterndes Sockengarn.

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