March 24, 2014

EPP unterwegs

Seit einiger Zeit patchworke ich wieder und daher dachte ich mir, dass man für unterwegs auch ein entsprechendes Kit brauchen könnte. Da es mit der Nähmaschine in Bus oder Bahn nicht so praktisch ist, bleibt also nur EPP (English Paper Piecing). Ich hatte vor vielen Jahren mal ein Hexie-Kissen in EPP gemacht aber mich bisher noch nicht an etwas Größeres gewagt geschweige denn etwas mit einem durchdachten Plan (Das Kissen bestand eigentlich nur aus Resteverwertung). Dank Internet und entsprechenden Webseiten kann man sich auch das mühsame Zuschneiden von Schablonen ersparen.

Am Wochenende hab ich mir also eine Tasche für mein EPP-Zubehör genäht. Außen in normaler Patchworktechnik, innen mit Taschen und Unterteilungen fürs Werkzeug. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, wie z.B. ein Gummiband in der Mitte der Mappe um die Garnrollen aufzunehmen und sie am herumkullern zu hindern.

EPP-Mappe außen
EPP-Mappe innen




March 21, 2014

Lappljung #2


Mutter gefällt Lappljung so gut, dass ich ihr noch eine kleinere zweite Version machen durfte. Diesmal habe ich eine im Internet weit verbreitete Nähtechnik ausprobiert. In Ermangelung eines passenden deutschen Begriffs nenne ich sie "Milchpackerltechnik", weil die Ecken des Stoffes wie bei einem Tetrapack umgebogen werden. Dadurch entfällt das mühsame einsetzen eines Stoffstreifes für eine quaderförmige Tasche. Die Ecken kann man dann entweder innen verstecken oder wie im Beispiel von Lappljung #2 außen als dekoratives Element verwenden.

Überhaupt: Seit der Plastiksackerldiskussion frage ich mich, warum nicht mehr Menschen Einkaufstaschen aus Stoff verwenden. Es vergeht keine Wartezeit meinerseits an der Kassa eines Supermarktes, bei der ich nicht vor mir diverse Mitmenschen beobachte, wie sie ein, zwei, drei Plastiksackerl ihrem Einkauf hinzufügen. Und das viel zitierte Mais-Sackerl ist ja auch nicht der Weisheit letzter Schluss, denn erstens wird wertvoller Boden verschwendet, der Mais braucht Unmengen Wasser, wird meistens noch gespritzt, und bis daraus ein Einweg-Sackerl wird ist auch noch eine Menge Energie vonnöten. Kritiker mögen sagen dass auch Baumwolle viel Wasser braucht, aber eine Baumwoll- oder auch Leinentasche hält dafür auch wesentlich länger.
Ich schwöre übrigens auf die Jutetüten von Tesco. Ich nehme mir die immer aus London mit wenn ich drüben bin und hab auch schon einige Freunde und Bekannte damit versorgt.

Lappljung #2. Größe etwa 30 x 30 cm

Diesmal mit pinkfarbenem Innenfutter ...
... und dekorativen Briefecken

Gartenfreuden

Jeans-Upcycling ist ja so ein Liebkind von mir. Schon vor 25 Jahren habe ich aus alten Hosen teenagertaugliche Taschen genäht, inzwischen gibt es eine Vielzahl an Anregungen im Internet, was man so alles aus einer alten Jeans so zaubern kann.

Diesmal wurde es eine Gartenschürze für Werkzeug und Kleikrams, damit man alles bei der Hand hat was man so benötigt.

Jeansschürze für den Garten

March 19, 2014

Angewebt


Mit der Idee eines Inkle Loom ging ich ja schon länger schwanger, vor zwei Wochen war es dann soweit. Kaufen wollte ich mir keinen, da ich die Preise für ein paar Stücke Holz und ein paar Schrauben doch etwas übertrieben fand. Also ab zum Baumarkt. Rundholzstäbe 20 mm sowie Buchenleisten besorgt. Mit Hilfe meines lieben Bekannten Rudi, seines Zeichens Holzwurm und Werkstattbesitzer (mit dem ich seit letztem Herbst eine großes Kardiertier baue, aber dazu ein andermal) habe ich in gut drei Stunden einen funktionstüchtigen Inkle Loom zusammengeschraubt. Ich musste ihn zwar nachträglich noch etwas verstärken, weil die Zugkräfte der Kette doch ganz schön enorm sein können und ich mich mit den Dübeln verschätzt hatte, aber jetzt funktioniert er tadellos. Die Länge der Kette kommt auf ca. 3,7 Meter, also in etwa das was der Ashford Inkle Loom auch schafft.

Ein Schiffchen hatte ich mir ja schon vor etwa einem Jahr in London bei Handweavers Studio & Gallery gekauft, auch vieles an schönem Leinengarn und auch die Baumwolle, die auf den Fotos zu sehen ist. Der nächste Besuch ist auf jeden Fall geplant!

Mein erstes Band habe ich ohne Schiffchen dafür gleich mit der Garnrolle gewebt. Da ich aber trotzdem etwas zum Anschlagen des Schussfadens benötigte und mir die Webmesser die ich online bisher gesehen habe nicht gefallen haben, war ich auf dem Flohmarkt und habe auch gleich etwas geeignetes gefunden: Einen tollen afrikanischen Brieföffner aus Ebenholz. Überhaupt, Brieföffner aus Holz oder Bein sind ein heißer Tipp als Ersatz für langweilig aussehende Webmesser. Und durch die feine Spitze kann man ihn auch zum Picken von Kettfäden verwenden.

Der gesamte Inkle Loom in Aktion

Brieföffner als Webmesser

Close-up des Bandes

March 13, 2014

Die Färbersaison ist eröffnet!

Die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern, die Blümchen sprießen ... endlich Frühling! Ein guter Grund, das winterliche Grau abzuschütteln und etwas Farbe ins Leben zu bringen. Ich hatte vor kurzem Seidenkokons bekommen (degummed, also die Weichen, nicht die Harten wo die Puppen drinnen klackern) und auch noch einen Stapel weißer Seidenhankies in meinem Stash. Also hab ich meine Säurefarben durchforstet um etwas Farbe auf die ansonsten so langweilige Seide zu bekommen. Als ich letzten Herbst das erste mal ganze Kokons gefärbt habe war ich begeistert wie gut Seide die Farben annimmt (was aber immer wieder in diversen Foren bestätigt wird). Die Farben werden richtig kräftig.

Inspiration aus der Natur: kleine Huflattich-Sonnen

Seidenkokons in Gelb-Orange-Rost-Violett
Hankies: Gelb-Orange und Gelb-Rot-Violett

Hankies: Türkis-Blau-Grün

Gedämfte Farbtöne auf Wolle