May 30, 2016

Rezension: Yoshiko Tsukiori – Japanisches Modedesign zum Selbernähen: Kleider und Tops zum Kombinieren

Die Bücher von Yoshiko Tsukiori bringen dem/der geneigten NäherIn in drei bisher erschienenen Bänden den japanischen Kleidungsstil näher. In gut verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen entstehen dabei schlichte und doch raffinierte Basics für den Kleiderschrank.

Im Band "Kleider und Tops zum Kombinieren" geht es um Oberbekleidung wie Tuniken und Tops sowie Kleider. Die Modelle sind minimalistisch ohne jedoch langweilig zu sein. Gut geeignet sind Stoffe wie leichte Baumwolle oder auch Leinen, welches den Stil der einzelnen Stücke gut zur Geltung bringt. Idealerweise kombiniert man die Schnitte mit anderen japanischen Techniken wie Sashiko-Stickereien oder verwendet Stoffe welche in Shibori-Technik (japanischer Batik) gefärbt sind.

Einziger und auch großer Wehmutstropfen: Die Größenangaben beziehen sich auf japanische Größen von 7–13 sowie eine Körpergröße von 160 cm sowie maximale Maße von 93–74–98. Für die europäischen Maße kommt man nicht umhin, umfangreiche Schnittanpassungen vorzunehmen. Hier wäre es sinnvoll, das Buch für den europäischen Markt anzupassen bzw. entsprechende Umrechnungstabellen zur Verfügung zu stellen.

Fazit: schöne Modelle mit raffinierten Details, trotz der Schlichtheit ist jedoch vor allem Wissen über Schnittanpassung notwendig. Nicht unbedingt für blutige Anfänger.


Japanisches Modedesign zum Selbernähen: 
Kleider und Tops zum Kombinieren
Yoshiko Tsukiori
Stiebner, 88 Seiten, 19 x 24,5 cm, broschiert
€ 19,90

May 12, 2016

Rezension: Judith Shangold: Weave * knit * wear

Das Buch "Weave * knit * wear" von Judith Shangold verbindet das Webens mit einem Gatterkamm-Webrahmen (Rigid Heddle Loom) mit dem Stricken.

Oberteile wie Jacken, Ponchos, Westen, Pullover werden auf dem Rigid Heddle Loom gewebt, und das Finish wird dann angestrickt. Man hat also ein gerades Webstück wo teilweise schon Ärmel- und Halsausschnitte direkt am Webstuhl ausgespart werden und strickt z.B. die Ärmel direkt an die Webkante (nimmt dort Maschen auf) oder fügt gestrickte Seitenstreifen, Kragen oder ähnliches an, formt also das Stück mit Stricktechnik aus, was auch einen interssanten Effekt ergibt. Die Stücke reichen von der Breite bis zu einem 20" Webrahmen, ein 60er-Ashford-Rahmen ist also für alle Modelle ausreichend, wenn man den Einsprung beim Weben berücksichtigt.

Zusätzlich sind noch Accessoires wie Schals, Mützen und Taschen aufgeführt, auch je ein Männer/Kinder/Babymodell ist dabei. Die einzelnen Modelle sind technisch genau beschrieben, auch Längenberechnung, Musterung etc sind genau erklärt. Eine Beschreibungen der verwendeten Garne komplettiert die einzelnen Projektbeschreibungen. Eine Galerie am Ende des Buches zeigt die Modelle und macht Lust auf eigene Entwürfe und Experimente.

Fazit: Ein sehr schönes Buch mit interessanten Projekten für all jene, die vom Webvirus gepackt sind und dies mit klassischem Stricken kombinieren möchten.


Weave * knit * wear
Judith Shangold
Xrx Books, englisch, 160 Seiten, 25,4 x 30,5 cm, broschiert, € 28,00