December 18, 2014

Handspindeln

Ich gebe es zu: ich bin süchtig. Und zwar nach Handspindeln. Ich spinne zwar auch am Spinnrad, aber für unterwegs sind Handspindeln einfach das perfekte Gerät. Inzwischen hat sich bei mir bereits eine ganze Herde angesammelt die ich zwischen den Weihnachtsfeiertagen einmal vorstellen und auch auf die Vorzüge und Nachteile der einzelnen Spindeln eingehen möchte. Also wenn ihr selbst daran denkt, euch eine Handspindel (oder mehrere) zuzulegen und gerne mehr über die Spindeln internationaler Hersteller wie Golding, Bosworth, IST Craft, Malcolm Fielding, Spanish Peacock aber auch von deutschen Herstellern wie Paulitz oder Matthes erfahren wollt, dann schaut demnächst mal wieder vorbei!

December 16, 2014

Haferflockenbusserl

Letztes Wochenende habe ich ein leckeres Rezept meiner Kollegin Marge (vielen Dank!) für Haferflockenbusserl ausprobiert. Ich hab ihr im Verlag eins stibizt und war ganz angetan, weil dieses Gebäck nicht so süß ist und ich Haferflocken sowieso sehr gerne mag. Ich habe die Zuckermenge noch etwas reduziert als im Original angegeben (200 g). Und ich hab die Rosinen weggelassen.

Also, wer noch für Weihnachten schnell etwas backen möchte, hier das Rezept:

Zutaten:
125 g Joghurt (ich hab griechisches mit 2% Fett genommen, Magerjoghurt geht auch)
125 g Butter (Halbfettbutter geht auch)
150 g Zucker
2 Eier
125 g Dinkelvollkornmehl
250 g Haferflocken, fein
½ Pkg. Backpulver
100 g Rosinen (optional)

Zubereitung:
Rohr auf 180 Grad vorheizen.
Butter, Zucker, Joghurt und die Eier schaumig schlagen.
Mehl mit Haferflocken und Backpulver nach und nach hineinrühren. Zum Schluss die Rosinen unter den Teig heben.
Mit einer großen Sterntülle und Spritzsack kleine Busserl auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen. Die Busserl vor dem Backen noch etwa 5 Min. stehen lassen, dadurch rinnen sie beim Backen dann nicht so auseinander.
Die Busserl im vorgeheizten Backrohr bei 180 Grad etwa 15 Min. backen.

Entweder zur Hälfte in Schokolade tunken oder wie ich mit Schokolade in feinen Linien verzieren. Die Busserl sind zu Beginn eher fest, werden aber nach ein paar Tagen in der Dose super soft.




December 14, 2014

Weihnachtsvorbereitungen

Wie jedes Jahr stecke ich um diese Zeit in den Weihnachtsvorbereitungen. Ich mache gerne Freunden und Kolleginnen eine Freude mit Geselbertem und bevor alle in die wohlverdienten Feiertage abtauchen, muss ich meine Geschenke fertig bekommen. Letztes Jahr gab es ja für die Damen im Verlag Seife, die ich mit Adsharta gegen einen handgefärbten Kammzug getauscht hatte. Im Frühjahr wenn ich wieder ohne mir die Finger abzufrieren am Balkon arbeiten kann, möchte ich selbst mal probieren Seife zu sieden. Da bleibt jetzt noch genug Zeit, sich in die Materie einzulesen und ein anfängertaugliches Rezept zu suchen.

Hinzu kommt, dass ich bei der aktuellen Runde des Kreativwanderpaketes von Petzi’s Spinnforum mitmache. Ich habe mich fast ganz ans Ende reihen lassen, damit mir noch genug Zeit bleibt, ein paar hübsche Sachen anzufertigen. Mehr wird zur Zeit nicht verraten, soll ja eine Überraschung werden.

Auf der Spule habe ich gerade eine weiße Polwarth-Seidenmischung von World of Wool. Gestern abend habe ich angefangen die drei Singles zu verzwirnen. Zur Zeit suche ich gerade eine Anleitung auf Ravelry für einen einfachen Laceschal. Ich möchte auch Perlen einstricken.

Einen kleinen Teil meiner Fuchswolle habe ich ebenfalls schon gewaschen und muss ich noch kardieren. Das werde ich wohl auch in die Wohnung verlegen müssen, auf dem Balkon ist es bereits definitiv zu kalt dafür.

December 08, 2014

Kerzengießen

Kerzen gieße ich schon seit mehreren Jahren, immer so um die Weihnachtszeit herum, noch bevor Upcycling zum geflügelten Wort wurde. Ich nehme mir zwar immer vor, damit früher anzufangen, aber meistens bin ich im Sommer oder Herbst nicht in der richtigen Stimmung. Ich hatte die letzten beiden Jahre nichts gemacht und nur Wachsreste gesammelt (ich bekomme inzwischen auch reichlich aus dem Bekanntenkreis) und heuer war die Kiste voll sodass es sich wieder lohnte.

Gleich vorneweg: Ich habe im Internet schon etliche Anleitungen zum Kerzengießen gefunden, mit Formen aus Klorollen oder Milchpackungen was sicher möglich ist. Viele meinen allerdings auch, man könne das Wachs ohne Wasserbad oder sogar mit einem Gaskocher schmelzen. Ich rate davon ab solche Experimente zu machen! Wachs schmilzt bereits bei einer Temperatur von 60 °C, alles was darüber hinausgeht ist gefährlich und könnte das Wachs in Brand setzen.

Ich verwende für mein Wachs einen alten Milchkochtopf vom Flohmarkt. Diese Kochtöpfe sind doppelwandig und haben eine seitliche Öffnung, durch die man Wasser einfüllt. Das Wasser wird erhitzt und überträgt die Wärme auf die Innenseite des Topfes ohne sie zu überhitzen. Der Vorteil gegeüber der Methode mit Wasserbadtopf ist, dass das Wasser nicht ins Wachs spritzen kann. Ich gebe mit dem Herd gerade soviel Hitze dass das Wasser kurz ankocht, dann schalte ich aus und nutze die Restwärme der Platte. Genügt das für die Wachsmenge noch nicht, dann einfach nochmals kurz Temperatur geben. Ist das Wachs flüssig, kann man allfällige Dochtreste herausfischen (Schaschlikspieß) und wenn gewünscht einfärben. Kurz vor dem Guß gebe ich auch noch gerne ein paar Tropfen Duftöl hinzu.

Als Formen verwende ich Kerzengußformen aus dem Bastelgeschäft. Diese sind zwar nicht ganz billig, aber ich habe meine schon seit Jahren, da sie ja keine hohen Temperaturen aushalten müssen. Ich verwende am liebsten Stumpenkerzen, aber es gibt viele andere Formen, z.B. Sterne, Kugeln, Herzen u.v.m. Im gut sortierten Bastelgeschäft gibt es auch Dochte und Wachsfarben. Die Dochtstärke sollte man immer dem Durchmesser der Kerze anpassen, am besten sich im Geschäft beraten lassen.

Den Docht so wie es auf der Packung steht verwenden, er hat eine "richtige" und eine "falsche" Seite. Wird er mit der falschen Seite in die Form gespannt, brennt die Kerze später nicht gut. Einen Knoten in die richtige Seite machen, auf der anderen Seite den Docht kurz ins heiße Wachs tauchen und zwischen den Fingern drehen, damit das Wachs den Docht verfestigt. So kann man ihn leichter durch das Loch in der Kerzenform ziehen. Auf der Kerzenunterseite einen Knoten machen, ein Stäbchen durchstecken und den Docht spannen. Es empfiehlt sich außerdem, an der Spitze der Kerze noch zusätzlich mit etwas Plastilin abzudichten, damit kein Wachs auslaufen kann. Danach das Wachs vorsichtig in die Formen gießen.

Man kann auch gestreifte Kerzen machen, indem man verschiedene Wachse in kleineren Mengen in die Formen gießt, erkalten lässt und mit der nächsten Farbe weitermacht. Schräg gestreifte Kerzen erhält man, indem man die Form schräg in eine Schüssel mit Sand stellt und den Winkel je nach Laune verändert. Vom letzten Wach sollte man sich einen Rest zurückbehalten da das Wachs beim Erkalten schrumpft und einsinkt. Den entstehenden Raum kann man dann noch passend ausgießen.

Nach dem Erkalten entfernt man Holzspieß und Plastilin, schneidet den Knoten an der Kerzenoberseite ab und zieht die Kerze am Restdocht heraus. Sollte die Kerze festsitzen, einfach für etwa 10 Minuten in die Tiefkühltruhe legen, dann löst sie sich ganz leicht aus der Kunststoffform.

Abschließend kann man die Kerzen noch nach Gusto verzieren, z.B. mit Blattwachs, in Serviettentechnik, usw.

Wachsreste im Milchkochtopf
Den Arbeitsbereich immer gut mit Zeitungen abdecken

Formen und die daraus entstandenen Kerzen


Fertige Kerzen



November 13, 2014

Nackte Schafe!

Erst einmal muss ich mich entschuldigen dass der Blogpost solange auf sich warten ließ, aber nach dem Urlaub hatte mich eine schlimme Erkältung erwischt.

Ich durfte ja am 25. Oktober am Fuchsschafhof der Waseneggers bei der halbjährlichen Schafschur dabei sein und mir auch wieder Wolle mitnehmen. Der Scherer war total nett und hat mir alles genau erklärt. Er hat mit einer unglaublichen Ruhe gearbeitet und man merkte wie sehr ihm das Wohl der Tiere am Herzen lag. Ich hätte sogar eins der Schafe scheren dürfen, aber da es mir an dem Tag nicht so gut ging habe ich das mal lieber gelassen. Außerdem: So einfach es auch aussieht, so leicht ist es dann doch nicht. Und ich wollte nicht dass das arme Schaf dann aussieht wie ein gerupftes Huhn :-)

Die Lämmer haben inzwischen ruhig im Stall gewartet bis die Mamaschafe wieder – etwas nackter als vorher – zu ihnen staksten. Hans Wasenegger hat mir dann auch einfach mal eins in den Arm gedrückt und gemeint "Fühl mal wie proper die beisammen sind". So ein Lämmchen am Arm ist ja wirklich süß. Die waren dann auch schon richtig zudringlich als es auf mittag zuging und sie auf ihr Fläschchen warteten. Trotzdem werden die Bocklämmer natürlich nach der Schlachtreife auf dem Teller landen (ich werde mir sicher einmal Lammfleisch besorgen, wenn ich mal wieder Platz im Tiefkühler habe ...)

Die Auen haben die Prozedur jedenfalls superruhig über sich ergehen lassen und ich durfte mir dann auch eine aussuchen (wie sich herausstellte hatte diese noch nicht abgelammt und dadurch ihre Energie in etwas längere Wolle gesteckt) wo ich dann auch noch Wolle mit etwa 5 cm Stapellänge bekommen habe. Da die Tiere ja zweimal jährlich geschoren werden und die Fuchsschafe eher ein langsames Haarwachstum haben, sind die Fasern eher kürzer. Ich werde sie demnächst Waschen, und dann im langen Auszug verspinnen. Da bin ich ja immer noch am Üben, das passt dann prima.

Die Damen vor dem Frisörtermin
Perfektes Wetter für die Schur 
Nackt!

Geduldig warten die Lämmer bis die Mutterschafe wiederkommen



October 05, 2014

Haubenödter Fuchsschafzucht

Gestern war ich auf Besuch bei Hans und Alexandra Wasenegger. Die beiden sind die einzigen Österreicher, die Coburger Fuchsschafe in größerem Umfang züchten, eine alte hornlose Landschafrasse aus dem Mittelgebirge, die bei Handspinnern wegen der cremefarbenen Wolle mit den charakteristischen dunklen Stichelhaaren beliebt ist (Goldenes Vlies) Fuchsschafwolle ist bedingt duch den leichten Crimp eine gute Anfängerwolle. Aufmerksam geworden bin ich auf die Zucht durch einen Bericht in den Salzburger Nachrichten. Der Hof liegt nahe Salzburg in der Gemeinde Hallwang. Die Waseneggers betreiben ihren bio-zertifizierten Hof mit viel Liebe und Idealismus für ihre Tiere. Zur Zeit gibt es mehrere Drillingslämmer, die mit der Flasche zugefüttert werden. Das Fleisch der Lämmer wird vermarktet (u.a. in einem nahegelegenen Gasthof angeboten).

Im Oktober ist die Herbstschur angesetzt, wer also Wolle möchte, kann unter www.fuchsschaf.at Kontakt aufnehmen und einen Abholtermin vereinbaren.

Weithin sichtbar: Die Haubenödter Fuchsschafzucht
Auen und ihre Lämmer

Haben wir nicht schöne Popos?
Fuchsschaflämmer auf der Weide
Paradies für die Hühner: Der große Misthaufen

August 28, 2014

Fierrabras oder Die Ritter der Kokosnuss


Der zarte Silberfaden rinnt emsig durch die Hand;
Erst glänzt er im Gewebe, und dann im Festgewand.

Sobald der Säugling grüßet das Licht, das ihn belebt,
Die Hülle ihn umfließet, von Spinnerhand gewebt.
Am Tag der höchsten Freude, am frohen Hochzeitstag,
Formt sich zum Feierkleide, was Spinnerhand vermag.
[...]
Der zarte Silberfaden rinnt emsig durch die Hand,
Wer weiß, ob er nicht dienet dereinst zum Trauerpfand.
Franz Kupelwieser, „Fierrabras“; 1. Akt, 1. Szene


So beginnt Franz Schuberts Oper „Fierrabras“ die bei den diesjährigen Salzburger Festspielen gezeigt wurde. Nicht nur eine Premiere im eigentlichen Sinn, sondern auch die erste Aufführung einer Schubert-Oper bei den Festspielen überhaupt.

Ein paar Wochen zuvor wurde ich von den Festspielen kontaktiert, ob ich nicht ein paar Damen des Staatsopernchores das Spinnen beibringen könne, da die Anfangsszene der Oper in einer Spinnstube angesiedelt ist. Ich sagte zu. Auch traf ich mich mit den Ausstattern der Oper, um mir bei den organisierten Spinnrädern die technischen Gegebenheiten anzusehen und zu zeigen, worauf es beim Betrieb eines Spinnrades ankommt. Da die Räder eher in den Bereich „Deko-Rad“ einzuordnen waren, einigten wir uns darauf, das Spinnen nur zu simulieren, da es ansonsten für die Damen viel zu mühsam gewesen wäre, gleichzeitig zu treten, zu spinnen und zu singen (und auf den Dirigenten zu achten). Ich zeigte ihnen also das richtige Treten sowie die Bewegungen der Hand beim Spinnen. Denn letztendlich ist doch alles nur Theater – und da spielt es keine Rolle, dass es zur Zeit Karl des Großen hierzulande noch nicht einmal Spinnräder gab (die kamen erst im 11. Jahrhundert über die Mauren [sic!] in den europäischen Raum).

Nachdem ich dann schon einer Probe beiwohnen durfte, hatte ich gestern noch die Gelegenheit, mich bei der letzten Vorstellung nochmals mit dem Stoff der Oper auseinanderzusetzen. Schon bei der Probe konnte ich mir ein innerliches Grinsen nicht verkneifen, und das verstärkte sich noch, nachdem ich einige der Kritiken gelesen hatte – ich sollte Opernkritikerin werden, denn die Argumente der einzelnen Blätter konnte ich mehr als gut nachvollziehen.

Drehpunkt Kultur spricht von „Vorsätzlichem Mord an einer Opern-Leiche“ durch Regisseur Peter Stein, orf.at titelt „In der Kapelle duselt das Gefühl“ und Die Presse unterstellt dem Regisseur gar den „Tatbestand unterlassener Hilfeleistung“. Die Kleine Zeitung nennt die Inszenierung der Oper stocksteifes, statisches Musiktheater aus der „Stein“-Zeit. Und de Kurier wünscht sich „die Monty-Python-Truppe, die das (langweiliges Steh- und lächerliches Säbel-Theater) wegfegt und Tempo sowie Witz reinbringt“. Die einzelnen Artikel bringen den Kern der Sache sehr gut zum Ausdruck. Natürlich ist bei Oper ein gewisses Overacting Teil des guten Tones, aber gerade dann, wenn die Tochter des Maurenfürsten am Turm den Ausfall ihres Geliebten beobachtet und anstatt „Oh Allah!“ lieber „Ihr Götter“ ruft, ists mit der Ernsthaftigkeit ganz vorbei. Und gäbe es die verzwickte Doppel-Love-Story nicht, dann könnte man immer noch auf die Bromance zwischen Roland und Fierrabras zurückgreifen.
Das Ensemble selbst ist gesanglich wunderbar, wenngleich hier und da einige Schwächen zu hören sind, die aber im Hintergrund bleiben.
So grafisch schön ich die Bühnenbilder finde, so anstrengend sind die stark vergrößerten Stiche nach einiger Zeit anzusehen und man muss darauf achten, nicht das große Flimmern vor den Augen zu bekommen. Die Kostüme der hehren Ritterschar haben mich allerdings von Anfang an an die Ritter der Kokosnuss erinnert. Gestrickte, mit Silberfarbe übertünchte „Kettenhemden“ denen man sogar noch in der 9. Reihe die kraus-rechten Reihen ansieht. Kartonartige Rüstungsteile ohne die geringsten Schrammen und Dellen des gerade stattgefundenen Kampfes. Stereotype Maurenkrieger mit grimmigen Gesichtern, Pluderhosen und Krummschwertern. Vielleicht bin ich durch diverse Emmy-gekrönte TV-Serien in dieser Hinsicht etwas anspruchsvoll, aber da ich die Werkstätten der Royal Shakespeare Company kenne weiss ich, dass es auch am Theater noch viele andere Möglichkeiten gibt.

Ein Bild der Spinnszene gibt es übrigens auf der Kulturseite des Tagesspiegels zu sehen und wer sich die Oper ansehen möchte, kann das am 4. Oktober auf 3sat nachholen.






August 27, 2014

Ravelry-Bilder

Ich habe am Wochenende die freie Zeit genutzt, um ein paar Bilder für meinen Ravelry-Stash zu fotografieren. Hier ein paar meiner bunteren Garne:
Angora/Seidenmischung von Lana-Lux, mit weißem Alpaca verzwirnt

Ein selbstgefärbter Kammzug und zwar dieser hier.

Ein Geschenke-Kammzug von Tulipan.

August 17, 2014

Von der Spule gehüpft ...

... ist mir dieses Wochenende die Tauschwolle, die ich von shadow bekommen habe. Ich hatte ihr ein paar gefärbte Hankies und Kokons zum Probieren geschickt und sie hat sich mit einem wunderschön weichen Verlaufskammzug bedankt. Ich habe ihn längs viermal geteilt,  gesponnen und danach wieder vierfach verzwirnt.

Gestern habe ich angefangen, die wunderbare Milchseide von Regina anzuspinnen die ich beim letzten Spinntreffen in Fieberbrunn von ihr bekommen habe. Sie ist mit Zwiebel und danach mit Indigo überfärbt. Ich werde sie so fein wie ich kann spinnen und dann voraussichtlich dreifach verzwirnen.

Demnächst gibt es auch noch ein Familienfoto der Spinnräder, inzwischen ist meine Herde ja auf drei Stück angewachsen. Ich warte ja immer noch auf meine Anna von Tom Walther. Bestellt habe ich sie im April letzten Jahres, damals hiess es dass die Wartezeit 18 Monate beträgt. Warscheinlich wird es aber doch noch etwas dauern ...

Das Verlaufsgarn von Shadow

Milchseide (Milchproteinfaser) mit Zwiebel und Indigo gefärbt


August 15, 2014

Der Herbst kommt!

Ich bin ja gerne in der Natur, und wenn der Waldspaziergang noch den Nebennutzen leckerer Zutaten hat, dann ist das Ganze gleich eine doppelte Freude. Vor ein paar Wochen war Himbeerzeit, da war die Ausbeute dieses Jahr wirklich gut, jetzt werden die Brombeeren reif, der Holunder wird auch schon schwarz und durch die heurige Witterung gibt es endlich auch mal wieder Pilze. Auch Haselnüsse sind dieses Jahr viele auf den Sträuchern, nur sind da meistens die Eichhörnchen die Nutznießer und auch schneller bei der Nuss. Die Dirndln (Kornelkirschen) brauchen noch ein paar Wochen. Ich habe auch schon einige Schlehensträucher ausgemacht, ob sich da etwas für Schlehenlikör ergibt wird sich erst zeigen. Einerseits müssen die Schlehen Frost abbekommen, andererseits sind die Vögel meistens schneller. Auch Hagbutten sind viele an den Wildrosen, nur leider haben die Rosen viel Rosenrost sodass sich die Früchte wohl nicht verarbeiten lassen.

Waldhimbeeren ...

... und Steinpilze

June 20, 2014

Singles. Dicke. Fette. Singles.

Ich hatte ja schon länger mal vor, dicke Singles zu spinnen, nur wollte ich dazu eine schöne Wolle nehmen, die von den Farben her das Ganze auch noch interessant macht. Da ich noch zwei Stränge vom letzten Kammzugfärbetausch hatte, waren das die geeigneten Kandidaten für meine Single-Experimente. Beide Garne habe ich nach dem Spinnen und Haspeln gebadet, leicht geschockt mit heiß-kaltem Wasser sodass die Oberfläche leicht anfilzt und danach geschleudert und getrocknet. Was ich daraus stricke oder eventuell webe weiß ich noch nicht, aber ich freue mich schon auf das nächste Single-Experiment.

Kräftige Beerentöne (Fasertausch Österreich)

Frühling in den Inn-Auen (Fasertausch Österreich)



May 23, 2014

UFO

Ein Ufo, das schon mindestens zwei Jahre in meinem Strickkorb vor sich hin dampft ist der Magrathea von Martina Behm. Irgendwie komm ich damit nicht weiter und fange andere Projekte an, obwohl die Lacekante nicht so schwer und auch nicht so aufwendig ist. Jedenfalls gelobe ich Besserung. Spätestens wenn ich den Nuvem anschlage werde ich vermutlich froh sein, zwischendurch auf etwas anspruchsvolleres zu wechseln :)


April 08, 2014

Unterm Messer

Ich gucke ja auf Flohmärkten oder auch anderen Veranstaltungen immer nach interessanten Stoffen die man dann zu Taschen oder ähnlichem verarbeiten kann. Je hochwertiger desto besser! Beim Tauschtreff habe ich letzte Woche zwei Röcke getauscht die danach gebettelt haben, wiederverertet zu werden. Der eine viel zu groß (aber viel Stoff!) der andere leider zu klein aber schöner englischer Stoff. Also hab ich gestern zum Nahttrenner gegriffen und die beiden aufgetrennt und filetiert.

Patient eins ...

Patient zwei ...

Operation gelungen, Patienten filetiert.

April 07, 2014

Stoff-Fest

Am Wochenende war ich mit Gregor in Wien. Am Freitag war ich bei Dieroff um ein wenig Spinnfutter und Ashford-Farben zu besorgen und es wanderten dann auch noch ein paar Leinengurte und Taschengriffe aus Bambus in meine Einkaufstasche. Während sich Gregor dann am Samstag mit seiner Glock durch diverse Stages ballerte, nutzte Frau die freie Zeit um zum "Fetzen Müller"nach Kritzendorf zu fahren um die Bankomatkarte zum Glühen zu bringen.

Ich hatte mich im Vorfeld schon ein wenig über den Müller informiert (vielen Dank Katja und Sabine!) aber die Realität erschlägt einen dann schon ein wenig. Stoffe, Stoffe Stoffe. Und jede Menge Kram und Zeug, von Nähzubehör bis zu allen möglichen grausamen Staubfängern (zur Zeit Unmengen von Osterdekoration).

Ich war auf der Suche nach ein paar Patchworkstoffen in Baumwolle, dazu wollte ich noch Leinen für eine Tunika und eine Hose und noch einiges an Zubehör (aber das sollte man auf sich zukommen lassen, da nie sicher ist, was gerade da ist).

Neben allen möglichen Stoffen in allen möglichen Varianten gibt es auch noch Wachstuch, Markisenstoffe, Vorhänge, Bänder, Borten, Nadeln, Garne, Konen ... einfach zuviel um alles aufzuzählen.

Kauft man eine ganze Rolle Stoff, dann gibts den Kilopreis, bei Knöpfen ist es ebenfalls billiger, gleich die ganze Rolle zu kaufen.

Am besten ist es sich eine Liste von geplanten Projekten zu machen, mit Maßangaben und dann zu versuchen, etwas passendes dazu zu finden. Ansonsten bekommt man den totalen Stoffschock. Aber seht selbst.

Nachtrag!

An das nette Pärchen das ich bei der Rückfahrt im Zug kennelernen durfte: Leider funktioniert die Mailadresse nicht die ich bekommen habe, ich bitte daher um eine kurze Nachricht!

Auf dem Weg nach Kritzendorf: Haltestelle Spittelau.

Bahnhof Kritzendorf. Ein Übergang führt auf die andere Seite.

Wo man auch schon die Lagerhallen vom Müller sieht.

1. Stock. Im Erdgeschoß befindet sich der Flohmarkt.

Stoffe  ...

... mehr Stoffe

... und noch mehr Stoffe. Man muss sich wirklich durchwühlen.

Links oben, der selbe Stoff in der MaHü zum doppelten Preis.

Kitschiges Bandwerk.

Knöpfe. Ein Regal unter mehreren.

Die Knöpfe sind sogar nach Farben sortiert.


Braucht noch jemand Jute?
Abschluss: das "Kinderschnitzel" vom Imbiß gegenüber.

March 24, 2014

EPP unterwegs

Seit einiger Zeit patchworke ich wieder und daher dachte ich mir, dass man für unterwegs auch ein entsprechendes Kit brauchen könnte. Da es mit der Nähmaschine in Bus oder Bahn nicht so praktisch ist, bleibt also nur EPP (English Paper Piecing). Ich hatte vor vielen Jahren mal ein Hexie-Kissen in EPP gemacht aber mich bisher noch nicht an etwas Größeres gewagt geschweige denn etwas mit einem durchdachten Plan (Das Kissen bestand eigentlich nur aus Resteverwertung). Dank Internet und entsprechenden Webseiten kann man sich auch das mühsame Zuschneiden von Schablonen ersparen.

Am Wochenende hab ich mir also eine Tasche für mein EPP-Zubehör genäht. Außen in normaler Patchworktechnik, innen mit Taschen und Unterteilungen fürs Werkzeug. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, wie z.B. ein Gummiband in der Mitte der Mappe um die Garnrollen aufzunehmen und sie am herumkullern zu hindern.

EPP-Mappe außen
EPP-Mappe innen




March 21, 2014

Lappljung #2


Mutter gefällt Lappljung so gut, dass ich ihr noch eine kleinere zweite Version machen durfte. Diesmal habe ich eine im Internet weit verbreitete Nähtechnik ausprobiert. In Ermangelung eines passenden deutschen Begriffs nenne ich sie "Milchpackerltechnik", weil die Ecken des Stoffes wie bei einem Tetrapack umgebogen werden. Dadurch entfällt das mühsame einsetzen eines Stoffstreifes für eine quaderförmige Tasche. Die Ecken kann man dann entweder innen verstecken oder wie im Beispiel von Lappljung #2 außen als dekoratives Element verwenden.

Überhaupt: Seit der Plastiksackerldiskussion frage ich mich, warum nicht mehr Menschen Einkaufstaschen aus Stoff verwenden. Es vergeht keine Wartezeit meinerseits an der Kassa eines Supermarktes, bei der ich nicht vor mir diverse Mitmenschen beobachte, wie sie ein, zwei, drei Plastiksackerl ihrem Einkauf hinzufügen. Und das viel zitierte Mais-Sackerl ist ja auch nicht der Weisheit letzter Schluss, denn erstens wird wertvoller Boden verschwendet, der Mais braucht Unmengen Wasser, wird meistens noch gespritzt, und bis daraus ein Einweg-Sackerl wird ist auch noch eine Menge Energie vonnöten. Kritiker mögen sagen dass auch Baumwolle viel Wasser braucht, aber eine Baumwoll- oder auch Leinentasche hält dafür auch wesentlich länger.
Ich schwöre übrigens auf die Jutetüten von Tesco. Ich nehme mir die immer aus London mit wenn ich drüben bin und hab auch schon einige Freunde und Bekannte damit versorgt.

Lappljung #2. Größe etwa 30 x 30 cm

Diesmal mit pinkfarbenem Innenfutter ...
... und dekorativen Briefecken

Gartenfreuden

Jeans-Upcycling ist ja so ein Liebkind von mir. Schon vor 25 Jahren habe ich aus alten Hosen teenagertaugliche Taschen genäht, inzwischen gibt es eine Vielzahl an Anregungen im Internet, was man so alles aus einer alten Jeans so zaubern kann.

Diesmal wurde es eine Gartenschürze für Werkzeug und Kleikrams, damit man alles bei der Hand hat was man so benötigt.

Jeansschürze für den Garten

March 19, 2014

Angewebt


Mit der Idee eines Inkle Loom ging ich ja schon länger schwanger, vor zwei Wochen war es dann soweit. Kaufen wollte ich mir keinen, da ich die Preise für ein paar Stücke Holz und ein paar Schrauben doch etwas übertrieben fand. Also ab zum Baumarkt. Rundholzstäbe 20 mm sowie Buchenleisten besorgt. Mit Hilfe meines lieben Bekannten Rudi, seines Zeichens Holzwurm und Werkstattbesitzer (mit dem ich seit letztem Herbst eine großes Kardiertier baue, aber dazu ein andermal) habe ich in gut drei Stunden einen funktionstüchtigen Inkle Loom zusammengeschraubt. Ich musste ihn zwar nachträglich noch etwas verstärken, weil die Zugkräfte der Kette doch ganz schön enorm sein können und ich mich mit den Dübeln verschätzt hatte, aber jetzt funktioniert er tadellos. Die Länge der Kette kommt auf ca. 3,7 Meter, also in etwa das was der Ashford Inkle Loom auch schafft.

Ein Schiffchen hatte ich mir ja schon vor etwa einem Jahr in London bei Handweavers Studio & Gallery gekauft, auch vieles an schönem Leinengarn und auch die Baumwolle, die auf den Fotos zu sehen ist. Der nächste Besuch ist auf jeden Fall geplant!

Mein erstes Band habe ich ohne Schiffchen dafür gleich mit der Garnrolle gewebt. Da ich aber trotzdem etwas zum Anschlagen des Schussfadens benötigte und mir die Webmesser die ich online bisher gesehen habe nicht gefallen haben, war ich auf dem Flohmarkt und habe auch gleich etwas geeignetes gefunden: Einen tollen afrikanischen Brieföffner aus Ebenholz. Überhaupt, Brieföffner aus Holz oder Bein sind ein heißer Tipp als Ersatz für langweilig aussehende Webmesser. Und durch die feine Spitze kann man ihn auch zum Picken von Kettfäden verwenden.

Der gesamte Inkle Loom in Aktion

Brieföffner als Webmesser

Close-up des Bandes

March 13, 2014

Die Färbersaison ist eröffnet!

Die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern, die Blümchen sprießen ... endlich Frühling! Ein guter Grund, das winterliche Grau abzuschütteln und etwas Farbe ins Leben zu bringen. Ich hatte vor kurzem Seidenkokons bekommen (degummed, also die Weichen, nicht die Harten wo die Puppen drinnen klackern) und auch noch einen Stapel weißer Seidenhankies in meinem Stash. Also hab ich meine Säurefarben durchforstet um etwas Farbe auf die ansonsten so langweilige Seide zu bekommen. Als ich letzten Herbst das erste mal ganze Kokons gefärbt habe war ich begeistert wie gut Seide die Farben annimmt (was aber immer wieder in diversen Foren bestätigt wird). Die Farben werden richtig kräftig.

Inspiration aus der Natur: kleine Huflattich-Sonnen

Seidenkokons in Gelb-Orange-Rost-Violett
Hankies: Gelb-Orange und Gelb-Rot-Violett

Hankies: Türkis-Blau-Grün

Gedämfte Farbtöne auf Wolle